Lebe für nichts oder sterbe für etwas

Der Schwäbische Albmarathon am 24.10.2009

Vorwort: Florian Böhme

Texte/ Berichte: die jeweiligen Läufer: Bernhard Mandat, Florian Böhme, Gero Schumacher, Hannes Kranixfeld, Volker Sass

"laufend gute Fotos": Gero Schumacher

Fotos der Siegerehrung: Bernhard Mandat

 

Vor mir liegt eine runde Pizza. Ich esse zuerst den Rand, drehe den Teller und arbeite mich nach innen vor. Das Beste hebe ich mir stets für den Schluss auf. So auch dieses Jahr.

Was für die einen Erlebnislauf zum Ende des Jahres ist, für einige ein Wettkampf auf Zeit ist; ist für Einen ein Lauf auf das Siegerpodest des Europacup der Ultramarathons.

Nebenbei ist dieser Lauf nicht nur krönender Jahresabschluss einer langen kräftezehrenden Saison eines jeden Einzelnen sondern auch eine Zusammenkunft von Völkern: Wenn Österreich auf Deutschland trifft auf "den Bergen meiner Heimat".

Fünf Charaktere, fünf unterschiedliche Betrachtungen, fünf unterschiedliche Ziele - ein gemeinsames Erlebnis: 

50 KILOMETER ALBMARATHON MIT 1.070 HÖHENMETERN und ein Bericht! Im Lauf getrennt - im Bericht vereint.


Beim Albmarathon handelt es sich um einen Lauf der mittlerweile zum 19. Male in Folge ausgetragen wird. Der Lauf kann als Landschaftslauf betrachtet werden. Beginn und späteres Ziel des Laufes ist der Marktplatz der Stadt Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg (Deutschland). Die Strecke auf GPSIES.COM.

Die Strecke verläuft auf Asphalt, Schotter, Pflasterstein, Waldboden sowie Crossstücken mit Wiese und bloßer Erde und Gestein.

Vom Marktplatz in Schwäbisch Gmünd geht es Richtung Lorch in ein angrenzendes Waldstück. Von hieraus beginnt ein leichter stetiger Anstieg von ca. 200 Höhenmetern in Richtung Wäscherschloss bei Wäschenbeuren bei km 11. In Wäschenbeuren angelangt folgt ein Anstieg in drei Teilen mit kurzen Erholungsmöglichkeiten. Der Aufstieg zum Hohenstaufen beginnt von km 14 bis ca. km 17,5. Hier werden rund 300 Höhenmeter in rund vier Kilometern bewältigt, der eigentliche Aufstieg auf den ersten der drei Kaiserberge ist anfangs nur eine niedergetretene Wiese, der später Waldboden folgt.  Ist man erst einmal oben geht es schnurstracks den selbigen Weg wieder hinab - mit dem nächsten Kaiserberg im Visier: dem Hohenrechberg.

Über eine relative flache Strecke vom Fusse des Hohenstaufens dürfen nun mit kleinen kurzen Anstiegen Asphalt, grobes Gestein, Waldboden und Wiesenstücke überlaufen werden. Bei km 24 in Rechberg kommt für die einen, die nach 25km - dem Hohenrechberglauf - ausscheiden der Schlussanstieg, für uns geht es hingegen nicht nur diese finalen 1000 Meter um 10% Steigung nach oben, sondern auf dem Rücken gleich wieder mit rund 12-13% Gefälle in Serpentinen hinab. Hier muß auch Wert auf eine gute Bremse gelegt werden, denn schnell purzelt man die letzten Meter den Abhang hinab! Dies merkte ich im Winter 2008 als ich auf einer Eisplatte das Gleichgewicht verlor und mit dem rechten Ellbogen einschlug ;)

Die Beine können sich jedoch nur kurz erholen - der dritte sowie höchste Kaiserberg ist nun auf dem Programm: der Stuifen. Mit ca. 750 m über dem Meeresspiegel sind hier abermals in Kürze beinahe 200 Höhenmeter in wenigen Kilometern zu absolvieren. Hier wird der Weg zum Gipfel Querfeldein gelaufen. Als ich zuletzt diesen Berg im Sommer bezwang waren die Disteln größer als ich selbst. Man trifft hier auf sehr schmale Wege von 30cm Breite leicht steigend. Sobald der Weg breiter wird steigt auch die Strecke. Ich denke, dass der Berg teils über 20% Steigung aufweist, die einem bei Nässe alles abverlangt, da der Untergrund komplett aus Erde und Gestein besteht. Auch im Winter 2008 hat es mich damals bestens hingelegt - gut, man muß auch keine Bilder nebenher schießen ;)

Im Gegensatz zu meinem Wintertraining wird der Stuifen jedoch nicht bis ganz oben gelaufen, sondern man erspart sich rund 40hm und biegt kurz vor einem sehr harten (meist matschigen) Aufstieg links ab und darf an einem Grillplatz wenden. Nun geht es wieder auf einem Schotterweg bergab zum Fusse des Stuifen. Von hier an schlängelt es sich leicht wellig von km 31 bis knapp vor km 34. Hier darf die "Reiterleskapelle" erlaufen werden: 300m Länge und 45hm. Oben angekommen geht es wieder leicht bergab, gefolgt von weiterem welligen Terrain, jedoch auf Asphalt. 

Kurz nach km 37 geht es dann in einem Waldstück für rund 2km dauerhaft bergab (180hm Abstieg!). Zivilisation wird nach 40 km erreicht mit dem Ort Waldstetten. Hier dürfen wieder Autoabgase geatmet werden. Es geht fortan nur noch leicht bergab, bis auf einen kurzen Anstieg nach ca. km 42. Auf Asphalt und Radweg geht es Richtung Strassdorf. Von dort an geht es für weitere 4-5 km dauerhaft leicht fallend bergab. Man erreicht Schwäbisch Gmünd nach rund 48km (man läuft eigentlich bereits seit km 46 oberhalb, aber nicht in Gmünd). Die letzten 2km sind nochmals minimal ansteigend bis ins Ziel am Marktplatz. Hier enden die 50km - dort wo der Lauf einst began.

Beim Laufcup "Europacup der Ultramarathons" geht es um eine Wertung die alljährlich ausgetragen wird. Es gibt fünf Wertungsläufe - derjenige der die drei besten Einzelergebnisse erzielt (es gibt hier diverse Gewichtungen) ist nachher König im Europacup der Ultramarathons. Die Läufe: die 50km von Mnsik (CZ), 72,7km Rennsteigsupermarathon (D), 100km von Biel (CH), 75km von Celje (SLO) und die 50km Albmarathon.

Nach 2 von 4 Läufen liegt Hannes Kranixfeld (AUT) auf dem gemeinsamen ersten Platz mit Danny Thewes. Wer wird am Ende des heutigen Tages die Krone überreicht bekommen?


Die Truppe und die jeweiligen Ziele im Einzelnen

Name: Bernhard Mandat

Nationalität: Deutschland

Ziel für den heutigen Lauf: Einfach nur ankommen und somit den ersten Ultramarathon finishen.

Name: Florian Böhme

Nationalität: Deutschland

Ziel für den heutigen Lauf: Mit der Restenergie des Jahres deutlich unter 4:30 Stunden ins Ziel kommen, mit dem Traumziel unter 4 Stunden.

Name: Gero Schumacher

Nationalität: Deutschland

Ziel für den heutigen Lauf: Spaß haben und mit einem Freund gemeinsam diese anspruchsvolle Aufgabe meistern.

Name: Hannes Kranixfeld

Nationalität: Österreich

Ziel für den heutigen Lauf: Mein (realistisches) Ziel ist Sub: 3:45 bzw. zumindest Platz 2 im Europacup "ECU". Ich will natürlich Danny herausfordern - will heißen Platz 1 im ECU (Traumziel) ist immer im HINTERSTÜBCHEN, wobei ich weiß dass er zur Zeit besser drauf ist als ich.

Name: Volker Sass

Nationalität: Deutschland

Ziel für den heutigen Lauf: Bedingt durch wenig Training in den letzten Wochen und Monaten lautet das Ziel einfach ankommen.


Teil 1: Schwäbisch Gmünd bis auf den Hohenstaufen (0-17,5km)

Nach fast einem halben Jahr stehe ich jetzt am Start mit einer Startnummer, die mit einem S beginnt, was wohl für Supermarathon steht und neben mir steht einer mit einer T-Nummer, was wohl für Teilstrecke steht. (Am 2. Mai 2009 sitzen Hannes (Kraxi) mit Frau Barbara und ich zusammen bei ihm zuhause in der Steiermark und unterhalten uns gerade über den Sieg von ihm beim Welsch-Lauf, der eigentlich nur als Trainingslauf für den Rennsteiglauf zwei Wochen später geplant gewesen wäre und den er dann doch voll gelaufen ist und in 2:52 gewonnen hat. Hannes und ich sprechen über die zweite Hälfte der Saison und landen irgendwann beim -Alb-Marathon am 24.10., den Hannes als Saisonabschluss läuft und aus irgendeinen Grund, den ich bis heute noch nicht genau weiß, sage ich,  ich laufe auch mit.)  

Angereist sind Hannes und ich ganz bequem am Vortag von mir zuhause aus mit dem Auto bis Schwäbisch Gmünd und haben hier unser Quartier keine 200 m vom Start weg bezogen. Das Wetter heute ist relativ angenehm, bewölkt, kein Regen, kein Wind. Pünktlich um 10 Uhr fällt der Startschuss und ich warte wie immer, bis ich über die Matte laufe mit dem Abdrücken der Uhr, doch zu meiner Überraschung lag beim Start keine Matte, also Bruttozeitnehmung und ich drückte die Uhr jetzt ab und überlegte, wie viel Zeit wohl seit dem Startschuss vergangen ist und dachte dann, egal, auf die paar Sekunden kommt es bei einem 50-km-Lauf eh nicht an. Wir liefen durch Schwäbisch Gmünd und es ging immer leicht bergab - ich erinnerte mich an die Tipps von Freunden, ja nicht zu schnell anzulaufen und es gemütlich angehen zu lassen und lief ganz locker mein Tempo. Bei km 4 ging es das erste Mal ein paar Höhenmeter nach oben, aber nicht der Rede wert und inzwischen hatte ich in meinen Laufrhythmus gefunden. Wir bogen weg von der Bundesstrasse B29, an der bis hierher gelaufen war, in Richtung Radelstetten. Es ging immer ganz leicht profiliert dahin und als wir bei ca. km 8 an einem Bauernhof vorbei liefen, kam zum ersten Mal die Sonne raus und schien durch den Nebel durch - einfach wunderschön. 

Es ging nun zur Ortschaft Wäschenbeuren und zwischen km 11 und 13 liefen wir durch teile der Ortschaft in Richtung Hohenstaufen. Die erste richtige Steigung wartete bei km 13 auf uns und ich dachte mir, wenn es so moderat bleibt, ist es ja ganz o.k. Einige andere gingen, ich lief langsam weiter bis ich dann bei km 16 um eine Kurve bog und auf einmal war eine sehr steile Wiese vor mir. Ich sah am rechten Rand die Leute durchs Gras nach oben gehen und falle zum ersten Mal vom Laufen ins Gehen. Ganz bewusst möchte ich mir die Kraft für die restlichen Strapazen aufheben. Die letzten Meter des ersten Kaiserberges geht es einen Waldweg nach oben, den ich wieder laufe.

Vor dem Start treffe ich noch auf Gero, Hannes und Volker. Wir schiessen noch kurz ein Foto. Gero bleibt davon verschont, denn einer muß ja schliesslich abdrücken. 

Zum Lauf über die Kaiserberge wurde das gebuchte Kaiserwetter auch geliefert: 5 Grad aber Sonnenschein, Temperatur stets steigend.

Ich reihe mich ca. in die fünfte Startreihe. Ich werde heute eh nicht zu den Allerersten zählen und somit kann ich mich auch getrost weiter hinten einreihen. Ich treffe noch den ein oder anderen mir bekannten Läufer. Immerhin findet der Lauf nur 20km von meinem Wohnort entfernt statt. Kurzer Small Talk à la "und was läufst Du und in welcher Zeit", "wie geht`s" und Ähnliches.

Der Startschuss fällt. Ich laufe einfach mal drauf los. Je nachdem was sich angenehm anfühlt. Werde hierbei von weiteren Läufern überholt. Ich versuche eine gewisse Zeit pro Kilometer einzuplanen. Dank schwankender GPS-Werte der Geschwindigkeit auf meiner Uhr komme ich jedoch davon ab und laufe einfach mal drauf los. 

Erinnerungen an den verpatzten Ulm Marathon machen sich breit. Ich merke dass die Regeneration zu kurz war (was ich bereits zur Zeit der Anmeldung zum Lauf drei Wochen vor dem Start bereits wusste). Drei Marathons in 5 Wochen, davon ein Ultra mit 50km und 1.070 Höhenmeter sind einfach zu viel. 

Also lege ich sämtliche Zeitziele ab und versuche einfach in einem angenehmen Bereich zu laufen. Dennoch wäre mir eine totale Blamage von über 4,5 Stunden für mich unakzeptabel.

Die ersten Kilometer verlaufen vom Marktplatz aus in Richtung Lorch. Nach 3km verlassen wir geteerte Straßen und treffen auf Schotter. Die Piste ist bislang leicht abschüssig, der Belag wandelt von Teer auf Schotter, später dann Betonplatten die leicht rutschig waren, da teilweise mit Moos bewachsen. Ein langer erster Aufstieg steht nun an. Ich versuche mich bewusst zurückzuhalten. Der Respekt vor meinem Vorprogramm und Respekt vor 50km und 1.070 Höhenmeter sind gewaltig.

Erster Verpflegungsstand unmittelbar bei Kilometer 6. Einen Becher Wasser im langsameren Laufen und es geht auf Asphalt ins Beutental. Nun zieht sich die Strecke wiedermals bis Kilometer 11 dem Wäscherschloss. Ich laufe nun mit Pamela Veith. Diese Läuferin lief bereits beim Ulmer 50er im Juni mit. Ich fragte sie kurz nach dem Start was sie laufen möchte und sie plante in Ulm mit einer Zeit unter 4 Stunden. Ich zog in Ulm an ihr vorbei. Heute wechselten wir kein Wort. Sie kam heute 13 Minuten vor mir ins Ziel!

Bei Kilometer 11 wird einem Mut zugesprochen: "nur noch 39 Kilometer!" Diesen Ausruf der mir entgegenkam sollte man sich in einer Schweigeminute mal zu Gedanken führen.

In Wäschenbeuren bei Kilometer 12 dann Verpflegungsstand Nummer zwei. Ich kannte die Punkte der Verpflegungsstände bereits aus dem Vorjahr; dort lief ich den 25km Rechberglauf - somit nur die erste Hälfte als separaten Lauf.

Hier fange ich kurz an Tempo rauszunehmen, schnappe mir einen Becher Wasser und setze dann vom flüssigen Gang wieder in die Laufphase über.

Nach Kilometer 13 beginnt dann der vier Kilometer lange Aufstieg auf den Hohenstaufen. Hier geht es nun von 400 m üNN auf 698 m Höhe. 300 Höhenmeter auf 4km. Dazwischen zwei kleinere flache Passagen.

Bei mir ist alles im Lot. Den Verpflegungsstand bei Kilometer 165vermisse ich hingegen. Dieser kam dieses Jahr erst bei Kilometer 16. Die Strecke ist weiterhin geteert bis zum Fusse des Hohenstaufens. 

Am Verpflegungsstand unmittelbar vor Kaiserberg Nummer eins schnappe ich noch einen Becher Wasser, drücke die erste halbe Tube Gel hinunter und erlaufe dann die nasse, teils rutschige Wiese des Hohenstaufen. Zu meiner Verwunderung kann ich dieses Terrain erlaufen und bin nicht gezwungen wie andere diesen Part bereits zu gehen. Ich entsinne mich hierbei ans letzte Jahr welches fast mehr in einer Wanderung als Laufwettbewerb ausartete.

Unmittelbar nach der Wiese, jedoch immer noch im Aufstieg des ersten Berges, sehe ich meinen Kumpel Andi. Bereits aus der Ferne rufe ich ihm zu. Er ruft natürlich zurück (irgendwas motivierendes nur ich weiß nicht mehr was). Er begleitet mich für wenige Meter und findet es toll, dass ich noch Laufe und nicht bereits wie viele andere gehen muss. Sagt mir jedoch auch, dass ich nicht gut in der Zeit liege und evtl. mit 4:20 Stunden Endzeit planen muß. Ich berichtige ihn bereits auf ca. 4,5 Stunden. 

Ich laufe die letzten paar Meter nunmehr auf Waldweg gemischt mit Schotter. Auch bis zur Spitze schleppe ich mich im Laufstil und kann einem Gehen widerstehen. Oben dann ein kurze Wende und es geht wieder retour. Die Hälfte in Bezug auf die Höhenmeter sind fast geschafft zu diesem Punkt.

Das erste Mal bin ich vor einem Wettkampf überhaupt nicht nervös. Es liegt wohl daran, dass ich mir für heute keine Zielzeit vorgenommen habe. Und ich bin dabei nicht allein. Ziel ist einzig und allein ein tolles Lauferlebnis zusammen mit Volker.

Es ist kalt, aber es scheint sonnig zu werden. So entscheide ich mich für kurz/kurz. Später werde ich diese Entscheidung noch bereuen.

Punkt 10 Uhr starten wir gemeinsam auf dem Marktplatz in Schwäbisch Gmünd ungefähr in der Mitte des Teilnehmerfeldes. Unser gemeinsamer Vorsatz ist, in jedem Fall nicht zu schnell loszulaufen. So suchen wir gemeinsam unser Wohlfühltempo, dass sich auf der noch geraden Strecke aus Schwäbisch Gmünd heraus bei ca. 5:20 min/km einpendelt.

Nach dem Ort geht es im Wald langsam bergauf. Das Tempo ist angenehm, die Strecke wunderschön. Ein paar mal halte ich kurz an, um ein Foto zu schießen, um dann mit einem kurzen Sprint wieder zu Volker aufzuschließen.

Ab Kilometer 15 beginnt dann der erste ernst zunehmende Anstieg. Hier verfallen wir auch ganz kurz ins Gehen. Es gilt Kräfte zu sparen. Der eigentliche Aufstieg zum ersten der drei Kaiserberge dem Hohenstaufen beginnt mit einer steilen Passage über eine Wiese. Dieses „offroad“-Stück bezwingen wir ebenso wie große Teile der restlichen Steigung gehend. Der Weg führt zu einem Wendepunkt und von dort geht es die gleiche Strecke wieder bergab. 

Geschlafen habe ich relativ gut, zumindest bis um 4 Uhr am morgen, danach drehten sich die Gedanken nur noch ums LAUFEN und an ein Einschlafen war nicht mehr zu denken. Es wurde nur noch leicht EINGEDÖST.

 

Am Morgen ging es um ca. 7:30 zum Frühstücken, wo ich und Bernie unsere SPEICHER ein letztes mal auffüllten. Da es am Morgen sehr frisch war und unser Hotel nur rund 300m vom Start am Marktplatz entfernt lag, blieben wir bis 15min vor dem Start auf unserem Zimmer.

Als Kleidung wählte ich ein langarm Shirt und eine kurze Lauftight, sowie meine CEP-Strümpfe.

Am Marktplatz angekommen wünschten wir uns gegenseitig alles Gute und dann ging es ins Startgelände. Kurz vor dem Start erblickte ich auch noch Volker mit Florian und Gero aus dem Forum. Nach kurzem Händeschütteln und den Besten Wünschen für unseren Wettkampf war es aber wirklich Zeit sich in die Startaufstellung zu begeben.

Dort sah ich gleich wieder einige bekannte Gesichter, unter anderem den Danny Thewes, meinem HAUPTKONKURRENTEN um den Europacup, sowie Andreas Phanten aus Berlin, denn ich auch schon von mehreren Ultras im ECU kenne.

Nach letzten guten Wünschen ging es dann endlich los.

 

Auf den ersten Kilometern ging es leicht abwärts und als ich das erste Mal nach 2km auf die Uhr guckte war ich doch überrascht wie schnell ich unterwegs war, schließlich waren über 20 Läufer vor mir und das Tempo war  mit 7:30min für 2km doch sehr flott.

Auf den nächsten Kilometern ging es auch noch immer leicht fallend dahin. Bei km 5 kam dann eine erste Steigung, an der aber noch nicht sehr viele Höhenmeter zu überwinden waren. Nach dieser Steigung ging es wieder etwas ABWÄRTS und es kam bald die erste Verpflegungstelle bei km 6 wo ich mir einen Becher Tee genehmigte.

Ab nun geht es leicht aufwärts zur Wäscherburg, durch den Burghof durch und dann hat man erstmals einen (schönen) Blick auf die Kaiserberge. . Hier quatsche ich das erste Mal mit einem Mitstreiter und er erklärt mir das dies sein erster Alb sei und er eine Zeit von ca.3:45-4:00 Std. anstrebe. Da ich eine Zeit von unter 3:40 anstrebe glaube ich mein Tempo richtig gewählt zu haben, schließlich will ich am Ende noch ZUSETZTEN können.

Zunächst geht es jetzt recht flach in Richtung Hohenstaufen. Bei der Verpflegungsstelle davor nehme ich nix, schließlich habe ich ja für die Nächste eine Eigenverpflegung abgegeben.

Bei ca. km 15 kommt man dann zu einer Wiese, die schon leicht bergauf-gehend beginnt, aber noch sehr gut laufbar ist. Bis man dann am Ende der Wiese  eine sehr KNACKIGE Steigung vor sich hat. Hier bin ich dann das erste Mal gegangen.

Nach der Wiese geht es auf einer Strasse  recht steil aufwärts auf den Hohenstaufen und auch hier auf der Strasse gehe ich nochmals ein kleines Teilstück..

Dann hat man es aber bald geschafft und der erste der drei Kaiserberge ist bezwungen.

Oben am Berg wird gewendet und es geht zunächst einen Teil auf der gleichen Strecke  wieder abwärts. Danny sehe ich kurz nach der Wende, das heißt ich hatte ca. 30-50 Sec. Vorsprung, da er aber immer sehr DEFENSIV startet, wusste ich das das nicht viel zu bedeuten hat.

Der erste Teilabschnitt war geschafft und mir ging es SEHR GUT! ! !

Kurz vor 10 Uhr reihte ich mich gemeinsam mit Gero ganz hinten im Starterfeld ein.

Unser gemeinsames Ziel war unseren ersten Ultra zu finishen und dabei gleichzeitig auch viel Spaß zu haben. 

So gingen wir den Lauf auch an, nach dem Stau kurz nach dem Start, liefen wir dann locker im Wohlfühltempo los. 

Zunächst ging es durch das menschenleere Schwäbisch Gmünd raus auf die Felder und Wälder Richtung Hohenstaufen.

Wir redeten viel, knipsten uns und die Umgebung, alles war im Lot.

Den ersten langen Anstieg hinauf zur wunderschönen Wäscherburg bei KM 11 laufen wir locker hinauf. 

Durch den Burghof durch, erwartet uns oben auf der Ebene ein fantastischer Ausblick auf die Kaiserberge.  Hier genießen wir den Lauf noch in vollen Zügen. 

Bei KM 15 steht der erste richtige Anstieg zum Hohenstaufen an, zunächst laufen wir noch um dann später ganz bewusst ins Gehen zu verfallen, wir haben ja noch einiges vor uns.

An der steilen Rampe eine Wiese hoch ist dann Schluss mit lustig.

Von hier ab zieht es sich unerbarmlich hoch bis zum Wendepunkt.  

Danach geht es auf einem Teil der Strecke wieder teils steil abwärts ins Tal und hier passiert es dann.

Mein rechtes Knie macht mir zu schaffen, ein stechender Schmerz außen zeigt mir, das ich bergab langsamer machen sollte. 

Fazit KM 0-17,5KM: Herrliches Wetter, traumhafte Strecke und unser KM Schnitt liegt noch deutlich unter 5.50/KM.

Nur das Knie macht mir etwas Sorgen, läuft sich vielleicht raus.

Teil 2: Hohenstaufen bis auf den Hohenrechberg (17,5 - 25km)

Oben am Wendepunkt angekommen, geht es den Waldweg wieder nach unten. Ich versuche nicht die Geschwindigkeit zu drosseln, sondern nach unten “voll” zu laufen, um meine Oberschenkel zu entlasten. Nach dem “Gegenverkehrsabschnitt” laufen wir eine geteerten steilen Weg nach unten, der doch an manchen stellen etwas rutschig war. Ich schaue oft, während wir den Asrücken entlang laufen, runter ins Tal und genieße die tolle Aussicht und bin auch froh, dass wir nicht wieder ganz runter und dann zum zweiten “Kaiserberg”, dem Hohenrechberg, wieder hoch laufen. Nun geht es leicht profiliert die nächsten Kilometer weiter. Jetzt sind die ersten 40 % der Strecke geschafft und etwas mehr wie die Hälfte der Höhenmeter - ich fühle mich sehr gut, mir tut gar nichts weh und ich hoffe, dass es auch so bleibt auf den restlichen 60 %. 

Ich schaute bis jetzt bewusst nicht auf die Uhr sondern kontrolliere nur meinen Puls, um auch bergauf  pulsmäßig nicht zu “hoch” zu kommen. Der Untergrund wechselt ständig zwischen Teer, Waldweg, Schotter und Wiese und es fällt mir jetzt schwer, das aus der Erinnerung jeweils richtig zuzuordnen. An ein Stück Schotter mit einem etwas steileren Anstieg kann ich mich erinnern, welches so zwischen km 22 und 23 km war. Die meisten meiner Mitläufer sind raufgegangen, doch diesen Anstieg konnte ich problemlos laufen.

Danach ging es zur Ortschaft Rechberg und ich konnte einige meiner total fertigen “T”-Mitläufer motivieren, noch die letzten Kilometer zu laufen und so schnell ins Ziel zu kommen, welches bei km 25 auf sie wartete. Davor gab es aber noch einen Kilometer extremsten Anstieg zu überwinden. Das letzte Stück mit einer Steigung von ca. 15 % gehe ich hoch und bin damit nur unwesentlich langsamer wie die anderen, die hoch laufen. Oben trennen sich dann die Wege der 25 und 50 km Läufer, die einen haben ihr Ziel erreicht, die anderen haben noch 25 km vor sich. Meine Zeit der ersten Hälfte mit einem Großteil der Höhenmeter beträgt 2:19, eine Zeit, mit der ich sehr zufrieden in die zweite Hälfte gehe.

Es geht abwärts - nicht mit mir sondern mit dem Hohenstaufen. Man betritt für einen kurzen Zeitpunkt wieder gemeinsame Strecke: die einen die noch rauf müssen, die anderen die bereits erholt aussehen und hinab sprinten. 

Ich warte schon insgeheim wann bei mir Knieschmerzen auftreten werden und wann ich schwere Beine bekomme und keinen Bock mehr bekomme und ich evtl. weich werde und drüber nachdenke einen Grossteil nur noch zu gehen bzw. es zu "stecken".

Jetzt lasse ich es aber erst einmal krachen und denke das erste Male an meine Knie. Immerhin geht es auf rund 1,5km nun wieder gut und gerne 150 Höhenmeter bergab. Ich lasse es laufen - soll heißen: im Gegensatz zu anderen versuche ich nicht zu bremsen. Bremsen geht nämlich auf die vordere Oberschenkelmuskulatur und sorgt dafür dass man später netten Muskelkater bekommt und zudem schwere Beine. Also lass ich es austrudeln. 

Nach Kilometer 18 besteht die Strecke wiedermals aus Teer. Es geht nun leicht wellig bis Kilometer 20. Hier merke ich erstmals ein Ziehen oberhalb beider Knie. Ich frage mich: "aussteigen oder evtl. rauslaufen?". Zum Aussteigen müsste ich eh bis Kilometer 25 auf den Hohenrechberg durchhalten und laufe weiter. Zieht ja nur leicht. 

Hier steht ein Verkehrsschild "30 - Volkslauf". Für den Autofahrer kann dies bedeuten dass er langsamer fahren soll, der Läufer denkt evtl. in diesem Moment dass es noch 30 Kilometer fortan sind. Ich frage mich: ist der Albmarathon ein Volkslauf bzw. kann dieser als Volkslauf betrachtet werden? Immerhin laufen die Strecke von 50km meist nicht irgendjemand sondern meist Leute, die solche Ereignisse gewohnt sind bzw. ungefähr wissen was auf sie zukommen könnte. "Das-mache-ich-auch-mal-kurz-Läufer" findet man zumeist nur bei Städteläufen die bereits nach spätestens 10 Kilometern enden - hier sind diese jedoch sicherlich vorübergehend fehlbesetzt.

Nun wechselt die Strecke wieder auf Schotter und man darf einen kurzen Anstieg von ca. 200m Länge und rund 30 Höhenmetern überwinden, dann wechselt der Untergrund abermals, diesmal auf Grünfläche.

Hier ist noch ein Verpflegungsstand eingerichtet. Es gibt den Rest der ersten Geltube mit einem Becher Wasser und einem Becher Cola. Ich setze die Reise fort und nehme wenige Meter später eine Ampulle Koffein ein. Das sollte mich geistig wieder wach bekommen. Ich bin zwar noch fit, aber merke bereits dass ich evtl. etwas "Wachmacher" benötigen könnte. 

Rund einen Kilometer später fühle ich mich dann auch schon so, als ob ich auf den nächsten Berg nonstop fliegen könnte und fortan keinen Meter mehr zu Fuß sondern Luftlinie zurücklegen kann. 

Nach 23 Kilometern wird der Ort Rechberg erreicht. Die Strecke ist seit kurzem wieder geteert. Mein Ziehen in den Knien ist nicht mehr vorhanden. Liess sich also wie befürchtet herauslaufen.

Bei Kilometer 24 begann dann der Aufstieg zum zweiten Kaiserberg, dem Hohenrechberg. Am Fusse sorgte eine Kapelle dafür dass mit Paukenschlägen der Berg erklommen werden konnte. Man kam sich vor wie auf einer römischen Galeere. 

Ich bin froh dass ich die ersten rund 30 km der Strecke auswendig kenne. Nur so weiß ich wie ich in etwa diesen oder jenen Berg zu laufen habe. Somit schaffe ich es mehrere zu Fussgängern mutierte Läufer im Aufstieg des Hohenrechberg zu überholen. Ich beginne mit einem sehr leichten Tempo, aber dieses kann ich bis auf 702 Höhenmeter durchziehen und treffe nach rund 2:12 Stunden auf dem Rechberg ein. Der letzte Kilometer dauerte knapp 7:30 Minuten - bestand jedoch aus 110 Metern an Aufstieg, gegen Ende bis zu 15% Steigung (liefert mir meine Software). 

Auch hier kann ich komplett noch laufen und im Innenhof fahre ich am nächsten Verpflegungspunkt mit der Getränkeaufnahme und der ersten Hälfte von Gelbeutel Nummer zwei fort. 

Ich bin jedoch verwundert über mich selbst, dass ich bislang keinerlei schwere Beine habe und mich noch sehr frisch fühle, das wärt jedoch nicht von langer Dauer!

Den Weg bergab kann man durchaus als gefährlich einstufen. Teilweise gilt es enge Kurven zu meistern und im unteren Bereich erfordern Steine und Wurzeln höchste Aufmerksamkeit.

Wieder unten angekommen deutet Volker an, dass etwas mit seinem Knie nicht in Ordnung sei. Er hofft, das sich das Problem „rausläuft“. Zu dieser Zeit mache ich mir noch keine großen Sorgen. Jeder Läufer kennt das ein oder andere Zipperlein und weiß damit umzugehen.

Der erste Berg ist geschafft. Den zweiten Berg im Visier geht es auf leicht welligen Wegen weiter. Das Wetter ist traumhaft und teilweise kann man weit ins Tal blicken. Hier heute laufen zu dürfen erfüllt mich mit einer tiefen Zufriedenheit.

Bisher haben wir bis auf an den steilen Anstiegen die ganze Zeit geredet. Jetzt wird Volker merklich ruhiger. Sein Knie macht ihm wohl immer mehr zu schaffen. Kurz vor dem Ort Rechberg verfällt er vom Laufen ins Gehen. Ich mache mir das erste Mal Sorgen: „Hat er sich doch ernsthafter verletzt?“

Der Anstieg zum Hohenrechberg führt uns auf einer gut asphaltierten, immer steiler werdenden Straße zum Ziel des 25km Laufes.

Jeden Augenblick erwarte ich von Volker ein Zeichen, dass der Lauf hier für ihn endet. Ich hätte natürlich vollstes Verständnis dafür. Mit einer Verletzung sollte man nicht weiterlaufen. Aber andererseits habe ich auch ein bisschen Angst davor. Ich habe mich auf einen gemeinsamen Lauf eingestellt und wenn Volker jetzt aussteigt, weiß ich, dass der Lauf auch für mich zu Ende ist.

Nach dem teilweise sehr starken Abstieg, an dem ich es so richtig schön laufen lassen konnte geht es leicht wellig weiter Richtung Hohenrechberg. Auf diesem Stück quatsche ich dann mit einem weiteren Läufer, dieser versucht eine Zeit von 3:40 zu laufen, weiß aber sehr genau, das dies nur dann funktioniert wenn alles OPTIMAL läuft.

Gemeinsam laufen wir dann durch den Ort Rechberg und auch rauf auf den Berg Hohenrechberg. Aufwärts ist eher er der, der das Tempo vorgibt und meist schneller ist als ich, aber abwärts kann ich meine STÄRKE ausspielen und schließe immer wieder recht locker zu ihm auf bzw. kann ich mich etwas von ihm absetzen.

Auf dem doch sehr steilen Anstieg zum Hohenrechberg bin ich wieder 2x gegangen (sie nannten ihn GEHPAUSE (zwinkern). Diesen Anstieg bewältigte ich auch gemeinsam mit dem 7. Platzierten des 25km Rechberglaufes. Hatte der es SCHÖN, für ihn war der Lauf ja oben schon vorbei. (meine Zwischenzeit:: 1:48, voll nach Plan)

Auf dem Rechberg, gleich nach km 25 steht an der Verpflegungsstelle auch meine zweite Flasche meiner Eigenverpflegung, aus der ich aber erst nach dem ABSTIEG vom Berg trinken konnte.

Der zweite Teilabschnitt war geschafft und alles lief nach PLAN.

Der Anblick von hier aus auf den Hohenrechberg entschädigt mich für die Strapazen vom ersten Anstieg.

Hier muss man einfach mal gelaufen sein.

Von hier aus geht es wellig weiter Richtung Rechberg.

Mein rechtes Knie hält noch aber es macht sich doch zunehmend bemerkbar, am nächsten längeren Abstieg hinein nach Rechberg kommt leider schon die erste kleine Gehpause.

Scheiße, denke ich mir das darf doch nicht war sein.

Der lange Anstieg hinauf zum Hohenrechberg wartet schon auf uns, bei uns beginnt er allerdings schon fast am Ortseingang.

Nur oben auf der Geraden traben wir noch vor uns hin, den nicht enden wollenden Anstieg hoch zum Hohenrechberg laufen wir dann wieder.

Schöner Mist, das wir die Berge gehend zurücklegen war klar und auch so abgesprochen.

Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass es von nun an auch bergab so sein sollte…

Fazit: Wir haben immer noch viel Spaß, das Gemeinschaftserlebnis und die tolle Landschaft steht immer noch im Vordergrund.

Die Zeit am Hohenrechberg lag immer noch ungefähr bei 2.45h, sie spielte aber sowieso nur eine kleine Nebenrolle.

Teil 3: Hohenrechberg bis auf den Stuifen (25km - 30km)

Direkt hinter dem 25-km-Ziel ist eine Versorgungsstation, für die ich eine meiner drei Eigenverpflegungen abgegeben habe. Ich greife meine Flasche, die ich schnell und problemlos aufgrund der wenigen abgegebenen Eigenverpflegung finde und jetzt geht es wieder bergab, steil bergab auf einen extremst rutschigen Weg übersät mit Laub, der sehr verhalten gelaufen werden muss. Ich halte mich immer am Geländer fest um mich auch da etwas bremsen zu können und das nicht nur den Oberschenkel zu überlassen. 

Danach sind wir wieder in der Ortschaft Rechberg und es geht flach in Richtung Stuifen. Über die flache Erholungspause kann ich mich aber nicht lange freuen, denn schon ab km 27 geht es wieder bergauf, zum höchsten der drei Kaiserberge. Ein Läufer, der die ganze Zeit in meinem Umfeld ist, bleibt immer wieder stehen zum Fotografieren und ich rede ihn an, ob es die Bilder auch im Internet zu sehen gibt und er sagt mir seine Homepage, woraus sich ein ganz nettes Gespräch entwickelt. Bei km 28,6 geht es einen steilen Pfad entlang, bei dem ein Schild mit der Aufschrift “Ho-Ji-Ming-Pfad” steht, nachempfunden dem legendären in Biel. Beim Pfad gehen wir nach oben, da er erstens zu steil ist und zweitens könnte ich ihn auch gar nicht laufen, da alle vor mir gehen und überholen auf den vielleicht 50 cm breiten Trampelpfad unmöglich ist. Bei km 30 sind wir an einem Grillplatz, dem höchsten Punkt des Rennens angekommen.

Von vorne gekommen, geht`s hinten wieder runter. 

Der Abstieg vom Hohenstaufen besteht aus noch steilerem Gefälle. Die 110 Höhenmeter gehen nun nicht mehr auf 1.000 Meter hinab, sondern auf nur 800 Meter. Der enge Teerweg, übersät mit nassem Laub muß teilweise verhalten gelaufen werden. An manchen Stellen gibt es ein Geländer. Vorsicht ist dennoch geboten, denn das Geländer befindet sich nicht immer an der Talseite sondern meist auf der Bergseite und somit ist der freie Fall durchaus im Bereich des Möglichen. (Am Rande bemerkt: dies wäre keine Bevorteilung durch unerlaubtes Abkürzen gewesen)

Ich kenne jedoch auch hier noch die Strecke und weiß wann ich bremsen muß und wann ich es wiedermals "rollen" lassen kann. Das tue ich dann auch auf den letzten rund 500 Metern, denn da geht es nur noch grad aus und man kann somit in keiner Serpentine mehr aus der Kurve purzeln.

Kaum befindet man sich wiedermals im Ort Rechberg, so geht die Strecke wieder im Flachen weiter. 

Diesmal bleibt jedoch nicht viel Zeit um sich vom Auf- und Abstieg zu erholen.

Bereits bei Kilometer 27 geht es nun wieder nach oben. Wir unterhalten uns jedoch momentan von einer Steigung nur im Bereich von durchschnittlich rund 5%, was ziemlich human ist. Dennoch sind wir eigentlich erst seit knapp einem Kilometer vom letzten Kaiserberg unten.

Die Folgestrecke führt nun auf Schotter ziemlich eben über mehr als 500 Meter entlang des dritten Kaiserberges - dem Stuifen. Vor dieser Schotterpiste kommen jedoch bereits die ersten Läufer einem entgegen, die diesen Berg bereits hinter sich haben.

Der Stuifen ist mit 757 Höhenmeter der Höchste der drei Berge. Wie jedoch am Tag zuvor uns bekannt wurde wird dieser nicht komplett bis zur Spitze gelaufen sondern es bleiben einem die restlichen rund 30-40 Höhenmeter erspart - schade dachte ich beim Lauf. Ganz oben wäre halt schon top gewesen.

Man schleicht sich förmlich von hinten an und erklettert den Stuifen dann von hinten.

Meinen Meister fand ich im Stuifen. Der Weg ist irre. Es gibt bis auf die Spitze nur einen Trampelpfad. Dieser hat die Breite von rund 20 cm, besteht aus Erde, Geröll und nassen Wurzeln, die gemeinsam eine steile rutschige Treppe bilden. Die Treppe nehme ich im Laufschritt - frage jedoch hinter mir den Läufer ob dieser an mir vorbei möchte. Der Aufstieg zieht sich ja noch etwas und ein Überholen ist schwerer als beim Formel 1 Grand Prix in Monaco. Autos kommen hier keine hoch. Nur auf der Vorderseite kann ein Grillplatz angefahren werden. Den Läufer hinter mir zieht es jedoch noch weiter in die Büsche - jedoch zum Wasser lassen. Abgeschüttelt - im wahrsten Sinne.

Nach 29,4 Kilometer ist es dann so weit - Herr Böhme wechselt vom Laufen in den Bergsteigermodus. Ich habe keinen Bock mehr. Ich merke, dass ich sicherlich genauso schnell gehen wie auch laufen könne und stütze daher die nächsten 100 Meter mich mit meinen Oberarmen auf meinen Oberschenkeln ab. 

Der höchste Punkt ist nunmehr erreicht. Es geht nun an der Spitze des Berges wiedermals vorbei und man steuert auf matschigem Laub-Erdgemisch den bereits erwähnten Grillplatz an. Radfahrer die zuviel im Tee hatten verschlägt es ab und zu auf den Stuifen. Ebenso zwei Quadfahrer die jedoch heute als Streckenposten herhalten mussten (und unsere Startnummern aufschrieben um Betrug vorzubeugen).

Volker gibt das erwartete Zeichen zur Aufgabe nicht. Nach einer kurzen Verpflegungspause oben auf dem Hohenrechberg geht es gemeinsam wieder bergab. Während der Bergabpassage drehe ich mich häufiger um und sehe Volker kurz hinter mir. Aber im unteren Drittel ist er plötzlich verschwunden. Am Fuß des Berges warte ich auf ihn. Volker hat Probleme mit dem Bergablaufen, will aber nicht aufgeben. Ab hier folgen immer häufiger Gehpassagen. Ich hoffe immer noch, dass es seinem Knie bald wieder besser geht.

An einigen Stellen pfeift uns ein kalter Wind entgegen. Hier bereue ich es, nur ein kurzärmliges Laufshirt angezogen zu haben. Mir ist kalt.

Der eigentliche Anstieg zum Stuifen beginnt mit einer Art Trampelpfad, der sich den Weg durch den Wald nach oben bahnt. Ich denke mir: „Okay. Nicht schön, aber machbar. War das schon alles?“

NEIN. Das war noch nicht alles. Am Ende des Trampelpfades geht es nach rechts senkrecht den Berg hoch. Getreu dem Motto die kürzeste Verbindung zum Gipfel ist auch die steilste geht es auf unbefestigtem Waldboden steil nach oben. Ich suche mit den Füßen Halt auf Wurzeln und Steinen, da ich auf dem sonst rutschigen Boden keinen Meter vorwärts komme. Die Steigung scheint mir endlos zu sein. Aber irgendwann sind wir tatsächlich oben.

Auf dem Abstieg vom Rechberg war es zunächst sehr glitschig und ich konnte zwei Mal einen Sturz nur sehr knapp vermeiden. Danach ging es noch immer STEIL abwärts jedoch auf Asphalt, auf diesem lief ich aber nicht, sondern auf der Wiese daneben. Auf dieser war es um einiges ANGENEHMER zu laufen und die meisten hinter mir machten es mir gleich..

Dann ging es wieder wellig bis flach weiter, aber nur kurz, denn der dritte Kaiserberg folgte schon sehr bald. Hier merkte ich schon ein erstes leichtes Ziehen in meinem rechten Oberschenkel, dem ich aber noch keine große Bedeutung schenkte..

Bei ca. Kilometer 27 ging es dann auf einem Schotterweg weiter auf die Rückseite des Stuifen, den dritten der drei Kaiserberge. Anfangs ging es nur leicht aufwärts, war man dann aber auf der Rückseite ging es über einen Waldpfad sehr steil aufwärts. Gott sei Dank musste man auf diesen Berg nicht ganz rauf, wenn auch fast.

Von hier ab war es ein ständiger Wechsel zwischen Laufen und Gehen. In der Zwischenzeit spielte es auch keine Rolle mehr ob es bergab ging, denn selbst auf den Geraden musste ich immer mehr Wandereinlagen machen.

Gero tat mir schon ein wenig leid. Nicht nur das er mit mir mehr gehen als laufen musste, sondern das er seine Jacke im Auto gelassen hatte, denn beim Wandern wurde es auf die Dauer immer kühler.

Die Strecke ging zunächst weiter wellig voran. An einer Weggabelung ging es links hoch Richtung Stuifen, dem für mich härtesten Anstieg.

Der folgende Pfad der gegen Ende so steil hoch ging, das man auf Grund des aufgeweichten Bodens ihn kaum gehend bewältigen konnte, war einfach die Hölle.

Leider ging es danach, wie nicht anders zu erwarten das Ganze wieder runter.

Fazit: Ab hier standen die Wandereinlagen, Labestellen und das Zedern mit meinem Knie im Vordergrund. Schön war es trotzdem noch!

Wie lange wir jetzt schon unterwegs waren? Keine Ahnung, auch egal. Wir ziehen das durch!

Teil 4: Stuifen abwärts bis ins Ziel nach Schwäbisch Gmünd (30km - 50km)

Es geht einen Schotterweg steil bergab und ich lasse es laufen, so gut es geht. 

Jetzt treffen wir wieder auf die Läufer hinter uns im Rennen, die noch den Stuifen vor sich haben und ich bin sehr froh, den schon hinter mir zu haben. Was jetzt folgt sind ein paar Kilometer, bei denen ich ständig das Gefühl hatte, dass es “Füllkilometer” sind, damit man auf die 50 kommt. 

Erst läuft man sich einen Kilometer entgegen und dann sehe ich Läufer von mir aus gesehen von rechts oben nach unten kommen und ahne schlimmes, denn Hannes hat mir am Vortag noch von einem schlimmen Anstieg nach den drei Bergen erzählt und der wartete ca. bei km 33 auf mich in Form von vielleicht 15 % Steigung über ca. 300 Meter  auf einem Geröllweg. Ich bin wieder sofort vom Lauf- in den Gehschritt verfallen wie alle anderen Mitläufer und gehe hoch. Oben angekommen geht es dann wieder eine Wendestrecke nach hinten, die zum Teil leicht fällt, was man beim Zurücklaufen dann auch wieder hoch muss. 

Bei km 36 ist noch mal eine Versorgungsstelle und bei km 37 trifft man dann wieder auf der “Gegenverkehrsstrecke” auf die Läufer, die diese Runde noch vor sich haben. Ab jetzt geht es in Serpentinen bergab und ich bin sehr erstaunt darüber, wie gut es mir noch geht. Die Beine tun logischerweise nach diesen Strapazen weh und ich bin froh, nicht mehr bergauf laufen zu müssen, aber insgesamt fühle ich mich noch ganz o.k. und so, dass ich auf jeden Fall bei meinen ersten Lauf jenseits der 42,2 km ins Ziel komme. 

Bis km 40 geht es jetzt nur bergab, dann folgt nochmals ein kleiner Anstieg. Von nun an geht es jetzt kontinuierlich bis ins Ziel bergab. Die Marathonmarke passiere ich bei einer Zeit von 3:55 und erinnere mich daran, dass ich vor 4 Jahren in München meinen ersten Marathon in exakt der gleichen Zeit gelaufen bin. Ich kann langsam andere Mitläufer, die immer langsamer werden einsammeln und mein Tempo konstant halten. Ich laufe so ungefähr in einem 5er-Schnitt bei meinem Marathonpuls und das ganze noch leicht bergab. Die restlichen Kilometer rechne ich immer wieder in der ungefähren Zeit um und führe mir so vor Augen, dass es im Vergleich zum schon geschafften die Qualen nur noch eine relativ kurze Zeit sind. 

Bei km 44 bleibe ich nochmals an der Verpflegungsstelle stehen und trinke einen Becher Wasser und ein Cola, dann geht es einen Radweg weiter. Diesen Radweg folgen wir für ca. 4 Kilometer und es ist ein komischer Mix der Gefühle in mir. Auf der einen Seite eine totale Erschöpfung und auf der anderen Seite ein totales Glücksgefühl, weil ich mir jetzt schon ziemlich sicher bin, dass ich bis zum Ende zumindest ziemlich durchlaufen kann und auf jeden Fall eine super Zeit heraus kommt, eine viel bessere, als ich mir gedacht hätte. 

Bei km 48 gibt es nochmals eine Verpflegungsstelle, bei der ich etwas trinke und bei der die Strecke fast eine 180°-Wende macht. Eine Mitläuferin von mir, die schon die letzten Kilometer immer kurz vor, neben oder hinter mir war läuft an dieser Stelle gerade aus und alle Posten versuchen, sie mit schreien darauf aufmerksam zu machen. Sie muss es auch relativ bald wieder gemerkt haben, denn sie tauchte cirka einen halben Kilometer später wieder bei mir auf. Bei Kilometer 49 ging es ein paar Stufen hoch, wobei ich die Überlegung zu gehen, sofort im Keim erstickte und auch diese letzten Höhenmeter hoch lief. 

Wir sammelten noch zwei Läufer ein und eine Frau von hinten schloss noch zu uns auf, so dass sich in meiner unmittelbaren Umgebung 5 Läufer befanden, als es in die Fußgängerzone von Schwäbisch Gmünd und somit auf die letzten Meter ging. 

Ich lief auf der rechten Seite als Erster dieser Gruppe und mir kam eine Familie mit Kind entgegen, wo das ca. 3-4 jährige mitten auf der Strecke ging. Der Vater schrie dem Kind, dass es zu ihm kommen sollte und das Kinde wollte sofort ohne zu schauen rüber rennen,  da lief aber genau ich. Ich war aufgrund meiner Erschöpfung auch nicht mehr in der Lage großartig auszuweichen und konnte das beim Zusammenstoß fallende Kind noch beim Arm erwischen und auf den Boden legen, so dass ihm wohl nichts passierte. Der Vater entschuldigte sich gleich bei mir und ich versuchte wieder zu meiner Gruppe aufzulaufen, was mir auch einige Meter vor dem Ziel gelang und in einem Schlussspurt, wo ich nicht den Hauch einer Ahnung habe, woher die Kraft kam, konnte ich die anderen noch überholen und ins Ziel einlaufen.

Die Wende am Grillplatz wird eingeleitet. Von nun an ist der angenehmste Teil des Rennens dran. Nach 30 Kilometern wurden 900 Höhenmeter bewältigt. Somit sind noch rund 170 Höhenmeter auf den letzten 20 Kilometern offen. 

Es geht mir weiterhin blendend. Was war auf Reichenau, in Ulm, was war in München? Ich warte stets auf schwere Beine oder auf ein Gefühl dass ich nicht mehr kann und evtl. aussteigen muß. Hiervon bin ich noch weit entfernt. Natürlich bin ich dennoch nicht in Bestform, denn sonst wäre ich seit dem Start schneller unterwegs.

Nunmehr darf ich es wieder rollen lassen. Abermals auf einem Schotterwirtschaftsweg geht es den Stuifen hinab. Ich laufe den schnellsten Rennkilometer des Tages leicht gebremst in 3 Minuten 22 Sekunden natürlich bergab. 

Nun komme auch ich an die Stelle wo die Bergabläufer auf die -aufläufer treffen. Ich denke kurz drüber nach: wie krass wäre es wenn ich nun Kehrt machen würde und ich`s dem Stuifen erneut "besorgen" würde. Ich würde in einer eigenen Disziplin frei von jeglicher Konkurrenz Erster werden. 

Ich verwerfe jedoch diese Idee, werde sie jedoch für einen eventuell späteren Lauf in Erinnerung behalten. 

Endlich darf nun wieder getankt werden. Nunmehr waren es sechs flüssigkeitslose Kilometer. Ich saufe mich förmlich durch den Stand: der Rest der zweiten Geltube wird geleert. Mein Magen wird obendrein befüllt mit einem Becher Tee, einem Becher Wasser und abgerundet wird dieser lukullische Leckerbissen dann mit einem gepressten Tropfen Colanuss an Koffein mit 10% Zuckeranteil.

Nun betrete ich unbekanntes Terrain. Die Kilometer 31 bis einschliesslich Kilometer 43 sind für mich Neuland. Ich erfreue mich mal andere Dinge zu sehen. 

Bei den Verpflegungsstellen achte ich bereits seit geraumer Zeit ob Hannes und Bernie ihre Eigenverpflegung die Vortags abgegeben wurde auch abgeholt wurde. Ich erkenne die Flaschen an ihrer angebrachten Fahne mit der Aufschrift "Kraxi" bzw. "Bernie". 

Bernie scheint hinter mir zu sein - Hannes hingegen scheint noch im Rennen zu sein (war auch nicht anders zu erwarten).

Wieder kommt eine Stelle die zur Wendestrecke wird: zum dritten Male muss erst in die eine Richtung gelaufen werden - eine Runde gedreht werden und nachher kommt man wieder dort raus, wo andere wieder in diese Art Kreisverkehr eintreten. 

Dieser Kreisverkehr unmittelbar bei Kilometer 32,5 begann leicht ansteigend auf Teer. Etliche Läufer kamen wieder von oben heran vorbeigeflogen. Ich schaute immer wieder bei entgegenkommenden Läufern ob ich nicht einen von uns Fünfen erkennen konnte. Mein geschultes Auge wurde jedoch immer enttäuscht.

Die sinkende Lust fand nach 33 Kilometern statt als auf der Gegenseite unmittelbar danach das Kilometerschild 36 angebracht war. Ich errechnete mir, dass ich nun wohl 1,5 Kilometer nach vorne laufen müsse und dann wieder umdrehen müsste - wie öde!

Links steht eine Herde Kühe. Ich muss an Gero und Volker denken - evtl. macht Gero von seinem Gedanken auf einer Kuh nach Gmünd zu reiten gebrauch? Weg von den Kühen:

Kaum konnte man aus dieser Rechtskurve wieder weiter schauen sah ich eine Rampe! Ein letzter Killer wurde uns einfach mitten in die Laufstrecke gelegt. "Laufen? Leck mich am Arsch" denke ich mir. Ich frage noch humorvoll den Ordner ob er den Scheiß hier gebaut hat. Dieser beteuert mir nach 200 Metern wäre alles vorbei. Ich denke also überhaupt nicht erst ans Laufen. Ich stelle sofort um auf Gehen. Es folgen 45 Höhenmeter auf 300 Distanzmeter. 15% Steigung, Schotter, nasses Geröll und Matsch nach fast 34 Kilometern sind einfach zuviel. Laufen? Laufen tut hier niemand mehr! Die Wanderschaft ist angekommen. 

Fortan frage ich mich: wann ist ein Lauf noch Lauf? Angekommen auf der Reiterleskapelle geht es natürlich wieder durch leichtes Waldgebiet von Asphalt auf Schotter. Leider müssen hier diverse Pfützen umlaufen werden - manche wären evtl. schwimmend schneller überquert worden?

Wiedermals geht es nach vorn, dann wenden und wieder zurück. Man freut sich zwar in der Momentaufnahme kurz leichtes Gefälle bergab zu laufen - wenn man jedoch wenige Sekunden später das Grosshirn anwirft und bemerkt, dass man nach dem Wendepunkt das Ding wieder rauf muß, dann vergeht auch diese Freude ziemlich schnell.

Es schlängelt sich wieder fallend am Verpflegungspunkt bei Kilometer 36 vorbei und nach zirka 37 Kilometern ist auch dieser große Kreisverkehr zu ende gelaufen.

Nun treten die Ereignisse in kürzester Zeit ein. Von einem weiteren Stuifenaufstieg bin ich nun noch weiter entfernt! Ich muß erstmals meinen Oberkörper schütteln. Mir tun nun die Unterarme weh unmittelbar in der Ellbogeninnenseite. Schwer die Arme noch oben zu behalten. Den Beinen geht es jedoch erstaunlicherweise noch recht gut. Ok, Steigungen laufe ich ungern. Der Veranstalter dachte scheinbar an mich und baute uns allen ein Gefälle: auf rund 2 bis 2,5 Kilometer geht es knapp 200 Höhenmeter in längeren Serpentinen ins Tal und die Ortschaft Waldstetten. Ich kann es wiedermals rollen lassen. Werde kurzfristig von einem Staffelläufer begleitet der voll des Lobes ist, dass wir doch sehr gut dabei seien. Er läuft unser Tempo nur für 6 Kilometer gesamt und ist dann fertig - auch mit der Strecke.

Kilometer 40 und erneuter Verpflegungsstand. Das Energiegel ist nun bis auf den letzten Tropfen aus der Tube gelutscht. Der Berg tat mir nicht mehr gut. Nach Kilometer 40 denke ich nur noch an den Titel unseres Berichtes "Lebe für nichts oder sterbe für etwas". Ich mache mir zudem Gedanken wo das Wort "Leidenschaft" seinen Ursprung hat.

Es zieht nun im linken Bein in der Muskulatur oberhalb des Knies auf der Innenseite. Ich merke erste Anzeichen von auftretenden Krämpfen. Schleppe mich durch. Die Waden sind nun auch schön hart. Meine Waden gehüllt in Kompressionsstrümpfen fühlen sich mittlerweile an wie Bockwürste die auf dem Grill liegen und vergessen wurden anzuschneiden - kurz vor dem Aufplatzen.

Auch die beidseitige hintere Oberschenkelmuskulatur zieht nun, aber das ist der "Muskelkater to go". Es beginnt der Stelzenlauf. Ich kann meine Beine fast nur noch im leicht gestreckten Zustand bewegen. Eine zu hohe Streckung verursacht Schmerzen und auch ein Anwinkeln von Ober- zu Unterschenkel und Wechsel in eine Beinstreckung würde zu große Schmerzen verursachen. 

Ich stolziere nicht - ich stelze durch Waldstetten. Zivilisation hat uns wieder. Man darf anstelle frischer Waldluft nun wieder Autoabgase erschnüffeln und merkt spätestens am Geruch, dass es nicht mehr weit sein kann. 

Ich laufe nun vermehrt mit dem rechten Bein um einem Krampf im Linken vorzubeugen. Bei Kilometer 42 wechsel ich wieder in den Gehschritt. Das hat jedoch unterschiedliche Gründe: es geht minimal bergauf, ich habe im Moment keine Lust und meine Muskulatur am linken Bein will geschont werden. 300 flache Meter werden gegangen. Unmittelbar vor dem Ortsausgangsschild von Waldstetten wird der Stelzenlauf fortgesetzt.

Die Marathonmarke von 42,2 Kilometern erreiche ich nach 3h49min - im Juni lief ich beim 50iger in Ulm bereits zu dieser Zeit in etwa ins Ziel.

Ich denke an: "Lebe für nichts oder sterbe für etwas" - ein Spruch der Mut zum Durchhalten machen sollte. Von Waldstetten geht es entlang der Bundesstrasse flache auf Asphalt nach Strassdorf - dort wird die Strasse überquert und bei Kilometer 44 ist der vorletzte Verpflegungsstand. Hier wird auch nochmals kurz zwei Becher lang pausiert und es geht beinahe vier leicht fallende Kilometer auf einem Radweg bergab.

Ein Tempo unter 5 min pro Kilometer ist jedoch nicht mehr drin trotz leichtem Gefälle. Ich rechne nun die Zeit hoch und glaube an eine Zielzeit von rund 4 Stunden 33 Minuten.

Die finale Verpflegung gibt es bei Kilometer 48. Nochmals nehme ich einen Becher zu mir. Auf den letzten 10 Kilometern büße ich drei Plätze ein - von fünf Läufern werde ich überholt. Selbst bin ich nur noch imstande zwei verletzte Läufer zu überholen und Menschen die sich für Nordic Walker halten, aber außer Konkurrenz antreten.

Der letzte Kilometer steht an. Vor mir ist nun eine Treppe zu laufen: Fünf Stufen im Abstand von einem Meter, die Kanten sind rot markiert. Meine Gedanken sind: "Laufen oder gehen?" Ich springe mit meinen Stelzen die fünf Stufen hinauf. Es folgt die Bodenmarkierung "500 m" und ich lege nochmals einen Zahn zu. Gefühlt fliege ich dem Ziel entgegen - von außen betrachtet hat dies eventuell den Anschein als ob ein langsamer Jogger versucht schnell zu laufen. Hier wird man deutlich von seinen Wahrnehmungen getäuscht. Eine Tempoverschärfung von sehr langsam auf langsam kommt einem schon als rasant vor. Es wird wiedermals getrommelt und eine Musikkapelle spielt. Die Galeere Böhme kommt dem Ziel entgegen. Komme ich an? Nun zieht es auch im rechten hinteren Oberschenkel deutlichst. Ich mache mir unterdessen folgende Gedanken: sollte nun der Krampf eintreten. Könnte ich mich auf dem bepflastertem Boden wie ein Bergsteiger in der Horizontalen ins Ziel klettern bzw. retten?

Die Gedanken stellen sich mir nicht. Mein "Endspurt" kann durchgezogen werden. Vor mir ist keine Menschenseele die ich noch hätte einholen können und auch nach mir kommt gefühlte meilenweit niemand. Ich denke mir jedoch: man muß den Leuten was zeigen wenn ich schon dafür bezahlt habe!

Ich erreiche das Ziel nach 4 Stunden 30 Minuten und 51 Sekunden, werde 73. von mehr als 600 Startern - nicht jeder erreichte hier das Ziel. Nach über 4,5 Stunden erreiche ich den Ort wo alles begann, nur dass es mir merklich nicht unbedingt besser ging.

Da ich mir das Höhenprofil vor dem Lauf noch mal angesehen hatte, weiß ich, dass die Steigungen nun geschafft sind. Gut, im Höhenprofil gibt es bei Kilometer 34 noch eine Zacke nach oben. Aber wer oben auf dem Stuifen angekommen ist, den kann so ein kleiner Zacken nicht mehr beeindrucken, oder?

Es folgt mal wieder einer der auf dieser Strecke zahlreichen Wendepunkte. Diesmal ging es um eine Feuerstelle auf einem Grillplatz herum. Mal gehend mal laufend machten wir uns gut gelaunt auf die letzten 20 Kilometer.

Die letzte ernsthafte Steigung war eine Rampe am Waldesrand hinauf bei Kilometer 34. Es war der letzte kleine Zacken im Höhenprofil. Für mich lässt sich diese Steigung mit einem einzigen Wort beschreiben: FIES.

Ab Kilometer 37 geht es angenehm abwärts durch den Wald. Ein Handy klingelt. Etwas irritiert brauche ich einige Sekunden bis ich begreife, dass es Volkers Handy ist. Er hat das Handy zum Fotografieren mitgenommen, aber jetzt ruft seine Frau an und gibt uns die ersten Ergebnisse durch. Was für ein Service!

Die restlichen Kilometer sind eher flach. Der kalte Wind ist verschwunden, die Sonne scheint immer noch und ich friere nicht mehr. Bei Kilometer 42,2 wird mir erstmals bewusst, dass ich ab hier in neue Regionen vorstoße: Ich habe noch nie auf eigenen Beinen eine weitere Strecke zurückgelegt. Meine Beine sind etwas schwer, aber durch die Gehpausen geht es mir wesentlich besser als bei meinen vorangegangenen Marathonläufen.

Die letzten Kilometer führen uns wieder nach Schwäbisch Gmünd rein. Die Gehpausen werden etwas weniger und den letzten Kilometer bis ins Ziel laufen wir wieder komplett.

6:06:54 Stunden nachdem wir dort gemeinsam gestartet sind, laufen wir gemeinsam durch das Ziel auf dem Marktplatz von Schwäbisch Gmünd.

Der Abstieg vom Stuifen ist im Vergleich zum Abstieg vom Rechberg jedoch verhältnismäßig harmlos, auch wenn es hier über Forstwege geht besteht nirgends die Gefahr zu stürzen.

Aus dem Vorjahr wusste ich noch, das nach den 3 Kaiserbergen noch ein kurzer und sehr steiler Anstieg folgen sollte. Jedoch merkte ich schon davor, das es nicht ganz nach Plan laufen würde an diesem Tag. Das ziehen im rechten Oberschenkel merkte ich immer öfter.

 

Auf den nächsten Kilometern ging es wellig dahin und man kam nun auf eine Wendestrecke, auf der man nach ein paar hundert Metern auf der Strasse sah, das man hier bei km 36 nochmals, von der anderen Seite kommend lief. Schon bald  kommt der UNBEKANNTE letzte sehr steile Anstieg, hier geht es auf ein paar hundert Metern nochmals RICHTIG aufwärts, also nochmals Zeit zu WANDERN (zwinkern).

Weiter geht’s etwas wellig und dann kommt ein längerer recht steiler Abstieg. Nun geht es mir nicht mehr so gut, der Oberschenkel gibt mir immer wieder das ZEICHEN:

JETZT IST ABER BALD SCHLUSS ! !

Schon am Beginn des Abstiegs verringere ich etwas mein Tempo und laufe so auf MEINEM Teilstück (abwärts) nur noch auf SPARFLAMME.

So kommt es das ich meinen Mitläufer vom Rechberg (Wießner Klaus) schön langsam aus den Augen verliere und auch von hinten nähert sich immer schneller werdent Danny Thewes, wie nicht anders zu erwarten.

Als Danny an mir vorbeiläuft wünsche ich ihm noch mal alles Gute  uns sage im, das der Zweitplatzierte nicht weit vor mir liegt und er diesen noch locker einholen kann.

Nach diesem Abstieg quälte ich mich von Kilometer zu Kilometer weiter. Bei der Marathondistanz  war ich ca. mit einer Zeit von 3:07.

Schon kurz darauf bei Kilometer 44 war dann entgültig Schluss mit RICHTIGEM Laufen.

Er war da, der KRAMPF IM OBERSCHENKEL

 

Gegendehnen, versuchen weiterzulaufen, wieder der Krampf, Gegendehnen usw.

Rund 3min benötigte ich, bis ich wieder weiterWATSCHELN konnte.

Scheiße

 

Nun sprach ich schon mit mir selbst: DU SCHAFFST das HANNES, komm schon!!!!!

 

Jetzt schliefen mir auch noch beide Hände ein! Anscheinend wusste mein Körper das er sämtliche (Blut)Reserven in die Beine zu pumpen hatte.

 

Die nächsten Kilometer dauerten eine EWIGKEIT. Hier auf dem Radweg fragte ich dann eine Frau, ob hinter mir jemand lief, zuvor hatte mich keiner überholt und ich hatte mich auch öfters umgeblickt und keinen gesehen.

Deshalb war ich doch fast ENTSETZT als die Frau zu mir sagte: Ja, zwei Läufer sind nicht weit hinter mir.

SCHEISSE!!!!

 

Der erste dieser beiden Läufer überholte mich kurz vor der letzten Verpflegungsstelle, wo dann auch eine kleine Wende war, an der man vor 45 km schon vorbeilief.

Der ÜBERHOLER verlief sich, die Leute von der Versorgungsstelle schrieen im hinterher aber er lief weiter, ich vermute er hatte einen MP3 Player (Ha ha, hi hi, ho ho, OK Schadenfreude ist nicht O.K., aber schließlich sind die DINGER ja auch VERBOTEN bei Laufveranstaltungen)

Ich versuchte nochmals mein Tempo etwas zu steigern und war verwundert, das ich noch ein Tempo von ca.5:00min laufen konnte.

Nun lief man durch einen Park und hier ca. 1,5km vor dem Ziel überholte mich ein weiterer Läufer (Kiebler, Jürgen), somit war ich nur noch auf Platz 5

Da ich kurz danach schon den einen Läufer wieder hinter mir bemerkte, der sich verlaufen hatte, steigerte  ich nochmals mein Tempo und ich schaffte den letzten Kilometer in fast genau 4min, was auch hieß, das mich mein Verfolger nicht mehr überholen konnte.

Somit wurde es Platz 5 in der Gesamtwertung , Platz 2 in meiner AK und

 

PLATZ 2 im EUROPACUP!

Die letzten 20KM sahen laut Streckenbeschreibung vom Profil her sehr freundlich aus.

So langsam gingen mir die Kehren auch gewaltig auf den Kecks.

Wenn man körperlich am Ende ist, macht einen das ganz schön mürbe zu sehen wenn einem Läufer entgegen kommen.

Besonders schlimm war es so ungefähr bei KM 32, denn einige Meter später stand die KM-Markierung für die Läufer die die Schleife schon hinter sich hatten und da stand 36KM drauf.

Für mich war der letzte Anstieg bei KM 35 mit dem anschließendem Abstieg aber noch einmal eine echte Prüfung.

Die Kräfte wurden, trotzt dem vielen Wandern, immer weniger.

Ich sehnte die Labestellen geradezu herbei, dort gab es leckere Müsliriegel von einem Gmünder Bäcker, Haferschleim, ein sogar für mich gut verträgliches Isogetränk, Bananen, COLA und Wasser. War das geil.

Die folgenden eher flachen KM zogen sich dann für mich unendlich hin.

Abwechslung brachte meine Frau ins Spiel, als sie mich unterwegs angerufen hat (Fotohandy), sie berichtete von den Platzierungen der Anderen und ich hörte meine Mädels im Hintergrund (schön).

Nur die letzten KM konnte ich noch mal Kräfte mobilisieren und lief mehr, als das ich wanderte.

Kurz vor dem Ziel bekam ich dann doch eine Gänsehaut, Tränen kann ich bei so was immer unterdrücken.

Mein erster Ultra, wie geil ist das denn!

Die Zeit von 6.06.54h war uns egal, wir hatten uns vorgenommen, das Ding gemeinsam durch zuziehen, was wir auch geschafft haben.

Dazu kommt das wir aus unserem Ultradebüt über 50KM mit 1070hm auch noch einen 6h-Lauf gemacht haben, hat doch auch was?!

Teil 5: Cooldown - Nach der Zielankunft

Im Ziel angekommen war ich einfach nur noch glücklich meinen ersten Ultra gefinisht zu haben und das in der für mich super Zeit von 4:36 und 89 von über 600 Startern und 523 anderen Finishern geworden zu sein. Im Hotel angekommen erfuhr ich von Hannes, dass er der zweite beim Europapokal der Ultraläufer wurde und 5. beim Schwäbisch-Alb-Marathon, obwohl er sehr hart zu kämpfen hatte. 

Herzlichen Glückwunsch nochmals an dieser Stelle und auch an Flo, Gero und Volker und alle anderen Finishern. Ich bin Hannes sehr dankbar, dass ich durch ihn diesen tollen Saisonabschluss hatte und freue mich nach dieser langen Saison mit 3 Läufen über die Marathondistanz und diesem Ultra jetzt auf die Regeneration und die Erholung.

Wiedermals habe ich durchgehalten. Ich fühle mich besser als bei meinem ersten 50km-Lauf auch wenn dieser erheblich weniger eben war. Verhalten begann ich und konnte somit bis zum Ende ohne grössere Einbrüche durchstehen. Ich lief zwar die zweite Hälfte leicht langsamer, aber man soll nach so vielen Veranstaltungen auch nicht mehr zuviel erwarten. Mein minimalstes Ziel konnte dennoch mit Ach und Krach erreicht werden und rundet demnach den heutigen Tag in einen Erfolg um. 

Sicherlich wäre mir eine Zielzeit in Wunschzeit ein noch höheres Erlebnis gewesen, dennoch bin ich sehr stolz und glücklich - am meisten über die sehr sehr späte erste kurze Gehphase nach 29,4 Kilometer. Mein Lauf betrug somit mehr als 49 Kilometer. Die Wanderung wurde auf weniger als einen Kilometer begrenzt. Für mich also ein versöhnliches Ende einer Saison. 

Ich bin schlauer und weiß dass ich nicht auf allen Hochzeiten tanzen kann. Für Läufe ab Marathon bedarf es zielgerichtetes Training. Wer hier murkst und sich von der einen Lauflust in die nächste treibt und nicht zielgerichtet arbeitet muß mit Misserfolg klarkommen. So wird aus 5 Wochen mit 3 Marathons nicht jeder Lauf eine Bestzeit und auch eine vollkommene Erholung ist nicht gewährleistet. 

Ich weiß also was ich für 2010 ändern muß und habe dies in ein Wort gepackt: Trainingsstruktur!

Unmittelbar nach dem Lauf schießt mir natürlich das Wasser ordentlich in die kleinsten Muskelrisse. Die Bewegung ist nun eingeschränkt. Demjenigen unter uns der gerne eine Pflegestufe höher eingestuft werden wollte dem sei gesagt, er solle möglichst vor dem Termin mit dem ärztlichen Gutachter den Albmarathon oder ähnliche Gemeinheiten bewältigen. Die Chancen auf höhere Entlohnung aus dem Pflegetopf steigt hierbei immens. 

Ein grosses Treffen war leider vor sowie nach der Veranstaltung nicht möglich. Ich freue mich jedoch alle gesehen zu haben und weitere "Leiden-schaft"liche Läufer kennengelernt zu haben.

Für das Anziehen meiner Jogginghose am Auto (das ich mit Glück nach dem Lauf noch finden konnte!) brauchte ich rund drei bis fünf Minuten. Wollte ich meinem rechten Fuß mit dem Oberkörper entgegenkommen so spürte ich einen Krampf im rechten vorderen Beckenbereich. Auch ein Entgegenkommen des rechten Fusses in Richtung Hände war vom selben Krampf geplagt. Mit etwas Übung gelang es mir dennoch krampffrei und schmerzlos die Hose bis über die Gürtellinie hoch zu ziehen. Auf Hilfe anderer konnte ich heute noch verzichten. Rund 2 Stunden nach dem Lauf kann ich auch wieder problemlos Treppen auf- bzw. absteigen sowie mit dem Wagen nach Hause fahren. Am Tag danach bleibt nur noch der Muskelkater, Stolz und das Gefühl überlebt zu haben ohne gestorben zu sein!

Nach dem Zieldurchlauf folgte ein Gefühl von Zufriedenheit. Es war weniger der Stolz auf eine sportliche Leistung (denn das war der Lauf eher nicht) als ein Glücksgefühl etwas Schönes gemeinsam erlebt zu haben. Danke, Volker!

Nach einem Lauf stelle ich mir immer die Frage: „Möchtest du hier wieder laufen?“. Und für den Albmarathon kann ich die Frage mit einem eindeutigen „JA“ beantworten. Am liebsten aber nicht allein, sondern wie heute in Begleitung eines Freundes, mit dem ein solches Erlebnis teilen kann.

Sofort nach dem Zieleinlauf ging ich quälenden Schrittes zu unserem Hotel. Noch unter der HEISSEN Dusche bekam ich eine Schüttelfrost. Danach legte ich mich angekleidet ins Bett, noch immer mit Schüttelfrost und wartete auf Bernie.

Er hatte seine (Ultra) Prüfung besser überstanden als ich und gemeinsam gingen wir dann (beide STOLZ) mit Flo zur Siegerehrung

 

Das war mein KAMPF über die ALB ! !    

Gruß

 

Kraxi

 

P.S. Es funktioniert nicht wenn man halb auf einen Marathon (Güssing) und halb auf einen bergigen Ultra (Alb) trainiert, das ist weder „Fisch noch Fleisch.“

Hier gibt es nicht mehr viel zu sagen.

Wir schauten uns kurz noch um, ob wir jemand von den anderen entdecken konnten.

Dann liefen wir zum Auto, zogen uns kurz um.

Telefonierten mit unseren Frauen. Setzten uns ins Auto, steuerten den nächsten MC an und fuhren nach Hause.

Fazit: Schweinehund erfolgreich bekämpft, es ist möglich mit nur einem Lauf über 26KM in diesem Jahr einen Ultra mit Bergeinlagen zu schaffen.

Allerdings muss man dann mit Beschwerden im Bewegungsapparat rechnen und das Ziel sollte nur ANKOMMEN heißen!

Ob ich ohne Gero am Hohenrechberg weiter gelaufen wäre weiß ich nicht. Es war eine sehr schöne Erfahrung die ich mit ihm teilen konnte, Danke!

Der Albmarathon war mit dem Grenzstaffellauf in diesem Jahr, die schönste Erfahrung und das schönste Erlebnis in meiner bisherigen Läuferbahn!

Volker


Bildersammlung von der Strecke

Danke Gero Schumacher für die Bilder...mehrere Bilder gibt es auf: http://de.fotoalbum.eu/gero/a368365


Der Start in Laufrichtung... ...und zurück.
ca. bei km 4 der leichte Anstieg... ...der jedoch noch steiler wurde.
nach rund 8 km im Beutental... ....fängt es langsam an wiedermals leicht zu steigen.
Der Blick auf das Wäscherschloss kurz vor km 11... ...und nach km 11 der erste Blick zum Hohenstaufen....
...sowie zum Hohenrechberg... ...oder nach Wäschenbeuren.
Blick auf den Hohenstaufen kurz nach km 15... ....sowie zurück.
Die "Mörderwiese" erster Teil... ..gefolgt von Teil 2 - der Anfang des Hohenstaufen. (man beachte die langen Arme, die Gehen bedeuten!)
Achtung Gegenverkehr unmittelbar bei km 17 Auf dem Asrücken nach km 19. In der Ferne links der Hohenrechberg und rechts daneben der Stuifen.
Blick kurz vor km 20 in Richtung Hohenrechberg... ....sowie zurück zum Hohenstaufen. (wehmütig?)
Nach 24km: es beginnt der Aufstieg zum Hohenrechberg: erst zart... ....und romantisch mit der Burg...
...dann hart und... ...am härtesten!
25 km. Das habe ich hinter mir... ...das noch vor mir!
Nach 28km wiedermals offroad und noch schön breiter Weg, der nachher 30cm breit wurde. Bei km 31 nach dem Stuifen geht es mal wieder flacher zu.
Ca. km 34: Muss diese Rampe im Hintergrund gelaufen werden... ....oder ist hier ein Tellerlift etwa in Betrieb?
In Waldstetten nach rund 40km... ...und der Radweg von Strassdorf ab km 44 nach Schwäbisch Gmünd.

 

und das sind wir:

Der laufende Fotograf Gero bei km 44. Bernie Flo, Volker und Hannes unmittelbar vor dem Start.

SO SEHEN SIEGER AUS!

Bernie, Flo, Gero und Volker gratulieren Hannes - dem zweiten Sieger des Europacups der Ultramarathons 2009